Geschichte

 

 

 

Sauerländer Schützenbund

 

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1556 e.V. Kallenhardt gehört mit zu den ältesten Vereinen im Sauerländer Schützenbund. In einer schriftlichen Urkunde aus dem Jahre 1556 bewilligt der Rat der Stadt einen Zuschuss für Festlichkeiten. Diese älteste urkundliche Erwähnung wird heute als Gründungsjahr gezählt, wenngleich die eigentliche Geschichte wahrscheinlich noch viel weiter zurückreicht.

Eine neue Schützenrolle der damaligen Stadt Kallenhardt ist im Mai 1767 ausgestellt. Aus diesem Jahr existiert auch die älteste Königskette. Die Junggesellen-Schützenrolle ist ausgestellt am 18. Tag im Monat Mai anno 1790.

Diese Akten liegen noch gut erhalten vor und sind ein wertvoller Bestandteil der Vereinschronik. Die Erhaltung derselben ist den uns aus den letzten Generationen bekannten Schützenbrüdern Fritz Raulf (Engelberts), Franz Becker (Jostes), Friedrich Risse (Kromers) und Anton Köller (Beckers) zu verdanken.
In den alten Statuten ist zu lesen, dass großer Wert auf Zucht und Ordnung gelegt wird. So ist z.B. der folgende, heute vielleicht komisch klingende Passus eingesetzt „Wer mutwilliger Weise bei einer Festlichkeit mehr Bier verschüttet als er mit seiner Hand bedecken kann, zahlt drei Groschen Strafe“.

Schon damals feierten die Schützen anlässlich des Schützenfestes am zweiten Pfingsttag einen Festgottesdienst für die lebenden und verstorbenen Vereinsmitglieder und gingen die große Pfingstprozession, die bis auf den heutigen Tag höchste Bedeutung genießt und neben den Bewohnern des Dorfes von vielen Gästen aus der Nachbarschaft besucht wird.

Von 1791 bis 1797 gab es kein Fest, da im Jahr 1791 die Stadt Kallenhardt durch eine Feuersbrunst bis auf wenige Häuser vernichtet wurde. Nach dem Krieg 1870/71 erstellten die Cammal (Ratsherren) eine neue Liste der Schützenbruderschaft, die 157 Mitglieder zeigte.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts schlossen sich die Junggesellen der Schützenbruderschaft an und gemeinsam erbaute man 1897 die Schützenhalle, die von nachfolgenden Generationen immer wieder erweitert und verbessert wurde. An der Stirnwand war der Spruch angebracht „Unsere Enkel späterer Tage sollen rühmen ihrer Väter Einigkeit“. Diese Verpflichtung auf das Erbe ihrer Vorfahren hält die Schützenbruderschaft bis auf den heutigen Tag aufrecht.

Im Jahre 1975 beschlossen die Schützenbrüder, sich nicht mit der Schützenhalle eingemeinden zu lassen, sondern diese als Vereinseigentum zu behalten. Damit wurde eine große Verantwortung übernommen. Die Erhaltung sowie Ausbau und Verbesserung erforderte großen Einsatz und das Geschick, mit den finanziellen Möglichkeiten hauszuhalten. Das ist bis auf den heutigen Tag gelungen und zählt zu den wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft.

Das Schützenfest wird noch heute traditionell an den Pfingsttagen gefeiert. Es beginnt am Samstag mit einer Hl. Messe, der Gefallenenehrung, der Ehrung der Jubilare sowie dem Großen Zapfenstreich und einem Festball. Am Sonntag werden die Ständchen gebracht, danach ist Pause bis zur großen Prozession am Montagmorgen mit Messe im Schlosshof zu Körtlinghausen. Am Nachmittag steht das Königspaar im Festzug und beim Festball im Mittelpunkt. Der Dienstag beginnt mit einem Schützenfrühstück, danach wird unter der Vogelstange im Rabennest der neue König ermittelt, das neue Königspaar stellt sich am Nachmittag im Festzug und dem anschließenden Festball dem Schützenvolk vor.
Eine Besonderheit stellt in Kallenhardt der Herrentanz dar, jeweils am Montag und Dienstag um 24.00 Uhr. Nach einer eigens komponierten Melodie tanzen das Königspaar und der Vorstand inmitten eines großen Kreises und im besonderen Tanzstil den „Bocktanz“. Dabei lässt das jubelnde Schützenvolk das jeweilige Tanzpaar hochleben. Daran anschließend singen alle gemeinsam die deutsche Nationalhymne.

Im Jahr 2006 konnten wir auf das 450-jährige Vereinsbestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde würdig und mit Stolz auf die mehrere Jahrhunderte währende Geschichte an drei Festtagen gefeiert.
Höhepunkt war der große Festumzug am Sonntag, der bei Kaiserwetter im Dorfpark startete, durch die sehr gut besuchten Kallenhardter Straßen ging und in der Schützenhalle bzw. im Zelt neben der Halle endete. Hier wurde noch lange und ausgiebig mit den vielen Gästen gefeiert.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es in Kallenhardt in jedem Jahr vier große Prozessionen (Markus, Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam) gibt, an denen die Bruderschaft mit Fahnenabordnungen bzw. dem kompletten Vorstand teilnimmt.

Außerdem organisieren die Schützen den in einem Rhythmus von vier Jahren stattfindenden Schnadgang, bei dem jeweils ein Drittel der bestehenden Grenzen abgegangen wird. Endrast ist immer an der Vogelstange im Rabennest, bei schlechtem Wetter in der Schützenhalle.

Eine weitere Besonderheit in Kallenhardt stellt der Fackelzug zum 90. Geburtstag eines/einer Kallenhardter Bürgers/Bürgerin dar. Unter musikalischer Begleitung des Blas- und Tanzorchesters Kallenhardt, des Tambourcorps „Einigkeit“ Kallenhardt sowie des Gesangvereins bekommt der Jubilar von allen Kallenhardter Vereinen inkl. Fahnenabordnungen ein Ständchen am Vorabend des Geburtstages. Unsere Bruderschaft geleitet den Zug mit Fackeln. Dieses doch eher seltene Ereignis ist immer wieder ein besonderer Höhepunkt innerhalb des Kallenhardter Dorflebens.

Die Bruderschaft zählt heute ca. 500 Mitglieder, von denen ca 100 außerhalb Kallenhardts leben. Der Vorstand besteht aus 25 Schützenbrüdern. Den geschäftsführenden Vorstand bilden Oberst und 1. Vorsitzender Josef Risse, Hauptmann und 2. Vorsitzender Christoph Mekus, Geschäftsführer Daniel Knippschild und Rendant Pascal Ernst.

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